Oh wie Ostdeutschland

Problemwahrnehmungen, Handlungsansätze und Ideen der ostdeutschen Zivilgesellschaft und Kommunen unter Druck

Hearing in Dresden, 30. März 2020, 10.30–17 Uhr
Deutsches Hygiene-Museum Dresden

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Wir wollen Zuhören

Das Hearing stellt die Expertise der engagierten Menschen vor Ort in den Mittelpunkt, um gemeinsames Handeln für eine demokratische Gesellschaft zu stärken. Sieben thematische Foren eröffnen einen Gesprächsraum, um über Bündnisse vor Ort, gerechte Bildung, Minderheitenschutz, Engagement oder Debattenkultur zu diskutieren. Kurze Inputs aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft stehen am Anfang jedes moderierten Forums. Die beteiligten Stiftungen nehmen zunächst die Rolle der Zuhörenden ein, um am Ende der Foren und in der Schlussrunde auf diskutierte Themen einzugehen und diese im Rahmen des eigenen Handelns zu reflektieren.

Ziele des Hearings

  • Bedarfe der ostdeutschen Zivilgesellschaft und Kommunen erforschen
  • bereits vorhandene Handlungsstrategien sichtbar machen und kontrovers diskutieren
  • thematische Diskussionen zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft anregen
  • eigene Hypothesen auf den Prüfstand stellen
  • Legitimation des eigenen Handelns stärken
  • Voraussetzungen für nachhaltiges Engagement in Ostdeutschland erarbeiten
  • Akteure und zukunftsweisende Ideen identifizieren
  • neue Allianzen und langfristige Partnerschaften ermöglichen

Programm

Leitfrage: Was brauchen NGOs und öffentliche Verwaltungen von Stiftungen, um Demokratie und Zusammenhalt in Vielfalt zu stärken?

10.30 Uhr – Nach vorn gedacht: Meine Zukunftsvision 2030 für ein weltoffenes Dresden

Dirk Hilbert, Oberbürgermeister Stadt Dresden

10.35 Uhr – Stiftungen für Demokratie: Es geht ums Ganze!

Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger, Unternehmer und Stifter
im Gespräch mit Bastian Wierzioch, freier Journalist

10.50 Uhr – Nach Osten gedacht: Herausforderungen postsozialistischer Transformationsgesellschaften

Zuzana Čaputová, Präsidentin der Slowakischen Republik
Erich Rathfelder, freier Journalist

12:00 Uhr – Wir wollen reden: Thematische Foren

I Demokratiestärkung beginnt konkret vor Ort

Wie gelingt es, Möglichkeiten der Kooperation von Gemeinderat, Verwaltung und Zivilgesellschaft und Möglichkeiten der Partizipation zur Stärkung der lokalen Demokratie zu schaffen? Wen und was braucht es dafür? Wie können lokale Medien diese Prozesse kritisch begleiten?

Input:

Anna Stein, Verein zur Förderung der Bildung Salzwedel
Prof. Dr. Lothar Ungerer, Bürgermeister Stadt Meerane
Prof. Dr. Dierk Borstel, Fachhochschule Dortmund
Bastian Wierzioch, freier Journalist

Moderation: Dr. Pia Gerber, Freudenberg Stiftung

Stiftungsperspektive: Marc von Krosigk, Auridis Stiftung gGmbH

II Bildungsqualität für alle

Was macht eine gute Bildungsinfrastruktur in armutsbelasteten und abwanderungsgeprägten Räumen in Zusammenarbeit von Kommunen, Land und Zivilgesellschaft aus? Wie schaffen wir sie trotz aller Finanzzwänge?

Input:
Thomas Evers, RAA Mecklenburg Vorpommern
Harry Habel, Bürgermeister Stadt Bernsdorf
Prof. Dr. Frauke Hildebrandt, Fachhochschule Potsdam

Moderation: Sascha Wenzel, Freudenberg Stiftung

Stiftungsperspektive: Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin Hertie Stiftung

III Demokratische Zivilgesellschaft unter Druck

Wie können wir die Debatten um Neutralitätsgebot und Gemeinnützigkeitsrecht offensiv führen? Kann Zivilgesellschaft für die Demokratie Partei ergreifen, ohne parteilich zu sein?

Input:
Martina Glass, Netzwerk Tolerantes Sachsen
Alfred Roos, Geschäftsführer RAA Brandenburg
Dr. Hendrik Cremer, Institut für Menschenrechte
Sven Kaseler, Augen auf e.V.

Moderation: Selmin Çalışkan, Open Society Foundations

Stiftungsperspektive: Tim Göbel, Vorstand Schöpflin Stiftung (angefragt)

IV Starke Regionen für Demokratie

Wie verändert Demografie die demokratischen Strukturen, v.a. im ländlichen Raum? Welche Rolle übernehmen dabei Wirtschaft und Zivilgesellschaft?

Input:
Grit Hanneforth, Bundesverband Mobile Beratung e.V.
Dr. Jörg Dittrich, Präsident Handwerkskammer Dresden
Prof. Dr. Claudia Neu, Universität Göttingen

Moderation: Dr. Roland Löffler, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Stiftungsperspektive: Susanne Kutz, Körber Stiftung

V Minderheitenschutz und Arbeit gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Was muss sich ändern, damit gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Einschluss von Minderheiten, die von Diskriminierung bedroht oder betroffen sind, gelingt?

Input:
Tahera Ameer, Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern
Mamad Mohamad, Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt
Ulrike Stansch, Demokratiezentrum Sachsen

Moderation: Robert Kusche, RAA Sachsen

Stiftungsperspektive: Kai Jahns, Bürgerstiftung Barnim Uckermark

VI Debattenkultur im 21. Jahrhundert

Wie gelingt es, sowohl on- als auch offline eine konstruktive Debattenkultur aufzubauen, an der alle sich beteiligen können? Wo können Initiativen ansetzen, um Radikalisierung im digitalen Raum zu verhindern?

Input:
Sandra Zentner, Stiftung Lernen durch Engagement
Malte Krückels, Staatssekretär für Medien des Freistaats Thüringen
Johannes Baldauf, Facebook Deutschland (angefragt)

Moderation: Simone Rafael, Amadeu Antonio Stiftung

Stiftungsperspektive: Dr. Susanne Farwick, Stiftung Mercator

VII Engagement als Infrastruktur

Demokratie braucht eine starke Zivilgesellschaft – Engagement braucht eine stabile Infrastruktur: Wie kann Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vertrauen in die Zivilgesellschaft nachhaltig gestärkt werden? Welche Ansätze gibt es und wo liegen neue Bedarfe?

Input:
Jan Holze, Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Holger Krimmer, Zivilgesellschaft in Zahlen, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
Marco Wanderwitz, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer (angefragt)
Angela Papenburg, Vorstand der GP Günter Papenburg AG

Moderation: Olaf Ebert, Stiftung Bürger für Bürger

Stiftungsperspektive: Sylvia Hirsch, Robert Bosch Stiftung

14–15 Uhr – Gallery Walk mit Pasta

Die Ergebnisse der einzelnen Foren werden in Graphic Recordings festgehalten. Diese werden während des Gallery Walks ausgestellt und laden zur weiteren Diskussion ein.

15.00 Uhr – Zeit für ein breites Bündnis: Eine Dekade für eine starke ostdeutsche Zivilgesellschaft 2020-2030?

Mit welchen Haltungen schaffen wir das? Im Gespräch mit Kramer & Kramer

Friedrich Kramer, Landesbischof der Landeskirche Mitteldeutschland
Stephan J. Kramer, Präsident des Thüringischen Verfassungsschutzes
im Gespräch mit Bastian Wierzioch, freier Journalist

Mit welchen Strategien und Strukturen schaffen wir das? Was können Stiftungen dafür tun? Was brauchen zivilgesellschaftliche Akteure dafür? Was erhoffen wir uns davon?

Impulse:
Marc von Krosigk, Auridis Stiftung gGmbH
Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin Hertie Stiftung
Tim Göbel, Vorstand Schöpflin Stiftung (angefragt)
Susanne Kutz, Körber Stiftung
Kai Jahns, Bürgerstiftung Barnim Uckermark
Dr. Susanne Farwick, Stiftung Mercator
Sylvia Hirsch, Robert Bosch Stiftung

Weitergedacht: Was nun? Was geschieht nach dem Hearing – wie geht es weiter?

Tagesmoderation: Dr. Eva Sturm (Cellex Stiftung), Dr. Pia Gerber (Freudenberg Stiftung)